Fr, 29. Jun. 2018   Hoffmann, David

Neues Forschungsthema: Einsatz von Augmented Reality für das Management von Unternehmensarchitekturen

Insbesondere durch die voranschreitende Digitalisierung werden die IT-Landschaften heutiger Unternehmen immer vielschichtiger. Dies ist sowohl auf die Einführung von neuen, als auch die Veränderung von bestehenden IT-Systemen zurückzuführen. In diesem Zusammenhang fällt es Entscheidungsträgern zunehmend schwer, faktenbasierte Entscheidungen über heterogene IT-Landschaften zu treffen. Ein häufiges Problem hierbei liegt in der zumeist komplexen wie unübersichtlichen Dokumentation der IT-Landschaften, die vorwiegend in Form von Text, Diagrammen und Modellen vorliegt und Fachwissen zum Verständnis benötigt. 

Ein neues Forschungsprojekt an unserem Lehrstuhl untersucht nun eine mögliche Lösung für dieses Problem. Der Zugang zu und die Verwaltung von entscheidungsrelevanten Informationen soll insbesondere für Nicht-IT-Experten durch eine intuitiv verständliche sowie veränderbare Visualisierung von komplexen Unternehmensarchitekturen erleichtert werden. Es stellt sich der Herausforderung, Entscheidungsszenarien zu definieren, vorhandene Dokumentationen entsprechend zu transformieren und die intuitive Interaktion mit diesen zu ermöglichen. 

Basierend auf der Annahme, dass das räumliche Vorstellungsvermögen von Menschen einen erheblichen Anteil an der Informationsverarbeitung hat, wird die Verwendung einer dreidimensionalen, im Raum dargestellten IT-Bebauungsplanung mithilfe von Augmented Reality (AR) erforscht. AR erweitert die Realität durch Einblendung und Überlagerung von virtuellen Objekten, sodass die Sicht auf die reale Welt nicht unterbrochen ist. Dazu setzen wir die HoloLens der Firma Microsoft ein, da sie die zurzeit am weitesten entwickelte AR-Brille ist. Im Gegensatz zu Lösungen, welche den Einsatz von Smartphones vorsehen, erlaubt diese zudem die originär beabsichtigte Bedienung mit zwei Händen und Gesten. Zudem fördert AR kollaboratives Arbeiten, da zum einen virtuelle Objekte von mehreren Nutzern gleichzeitig betrachtet und bearbeitet werden können und zum anderen die beibehaltene Sicht auf die reale Welt den gewohnten zwischenmenschlichen Austausch erlaubt. Entscheidungsträgern soll dadurch eine intuitive, nachvollziehbare und zielgruppenspezifische Repräsentation der Unternehmensarchitektur bereitgestellt werden, welche zur gemeinsamen Entscheidungsfindung eingesetzt werden kann.

Zu den Zielen des Projektes gehört es auch, einen Software-Prototyp zu entwickeln, der als Grundlage für Experimente dient und beispielhaft in der Abbildung gezeigt wird. In Versuchen wird anschließend erforscht, wie beispielsweise Entscheidungsträger Informationen wahrnehmen und verarbeiten, welche Unterschiede es zu bestehenden Ansätzen gibt und welche Auswirkungen der dreidimensionale Raum auf kollaboratives Arbeiten mit Unternehmensarchitekturen hat. 

Bei Interesse an weiteren Informationen oder Partizipationsmöglichkeiten können Sie sich bei Kevin Rehring melden oder unsere AR EAM Projektseite besuchen.