Sie sind als Wirtschaftsinformatikerin in die Automobilbranche eingestiegen, war das nicht sehr ungewöhnlich?

Das mag auf dem ersten Blick ungewöhnlich klingen, aber wenn man sich mal den Markt anschaut, ist die IT immer stärker im Auto selbst vertreten und spielt damit eine immer größere Rolle in der Automobilindustrie. Natürlich sind auch die gesamten Geschäftsprozesse IT-gestützt wenn nicht sogar komplett automatisiert durch die IT. Als Wirtschaftsinformatikerin ist es mir wichtig an der Schnittstelle zwischen der IT und dem Fachbereich zu arbeiten. Dabei hat mir mein Studium sehr viel geholfen genau diese beide Parteien zu verstehen, die Anforderungen zu analysieren und umzusetzen. Ich habe mir in meinem Studium durch Praktika viele Branchen anschauen können und habe festgestellt, dass es mir persönlich sehr wichtig ist in einer innovativen Branche zu arbeiten. Ich glaube keine Branche ist aktuell so im Wandel wie die Automobilbranche.

Wie sieht ein typischer Tagesablauf in Ihrem Job aus und mit wem arbeiten Sie dabei zusammen?

Aktuell bin ich im Projektmanagement eingesetzt für globale Projekte. Wie in jedem Projekt, ist nicht jeder Tag gleich. Typisch ist es aber, dass zu meinen Aufgaben viel Kommunikation, Planung und Organisation gehört. Ansonsten gibt es täglich neue Überraschungen im Projektmanagement, aus denen sich Aufgaben ergeben. Ich arbeite in einem wirklich global aufgestellten Team, welches sich über mehrere Kontinente erstreckt. Das macht die Kommunikation und Organisation nicht immer einfach. Einer der größten Herausforderungen war für mich das Arbeiten in verschiedenen Zeitzonen. Auf der Grundlage müssen Meetings geplant und mit den einzelnen Ansprechpartnern kommuniziert werden, was immer wieder eine Herausforderung ist. Durch den Einsatz von IT, speziell Webkonferenzen, ist es sehr gut möglich effizient in einem globalen Team arbeiten zu können.

Welche Kompetenzen aus dem Studium helfen Ihnen heute in diesem Job?

Oft stellen sich Studierende die Frage, wofür man die Lehrinhalte später im Beruf benötigt. Ich muss sagen, das Studium der Wirtschaftsinformatik hat mich sehr gut auf meinen heutigen Job vorbereitet. Das Grundstudium im Bachelor hat mir vor allem geholfen, dass Grundverständnis für logische und komplexe Sachverhalten zu bekommen, mir eine analytische Denkweise anzueignen und die Kommunikationsprobleme zwischen den Fachbereichen und der IT zu verstehen. Das Masterstudium war darüber hinaus hilfreich, um diese erlernten Kompetenzen in Projekten anzuwenden und zielführend, komplexe Sachverhalte in Gruppen zu erarbeiten. Dies hat mich gut auf meinen heutigen Job vorbereitet und  mir die grundlegenden Werkzeuge und das Wissen vermittelt, um meinen beruflichen Weg gehen zu können. Natürlich ist es neben den erworbenen Kompetenzen im Studium immer notwendig, sich in eine neue Firma einzuarbeiten und deren Prozesse schnell zu verstehen.

Was würden Sie Studierenden empfehlen, die heute beginnen Wirtschaftsinformatik zu studieren?

Ich glaube, es gibt kein besseren Zeitpunkt als jetzt Wirtschaftsinformatik zu studieren. Die IT Branche boomt und der technologische Fortschritt ist aus meiner Sicht schneller als je zuvor. Es werden überall IT Spezialisten gesucht und vor allem diejenigen, die die das Verständnis für IT und Business mitbringen und da ist aus meiner Sicht Wirtschaftsinformatik genau das richtige Studium. Neben den hervorragenden beruflichen Chancen, hat mir das Studium auch sehr viel Spaß gemacht. Man lernt neben Methoden der Wirtschaftsinformatik auch eine Menge neuer Technologien kennen, hat die Möglichkeit sich in innovative Thematiken einzuarbeiten und bekommt auch eine Menge an Werkzeug für die berufliche Zukunft mit. Meine Empfehlung an die Studierenden ist, dass man neben dem Studium auf jeden Fall Praktika machen sollte, um zu verstehen, wie die zukünftigen Aufgaben aussehen könnten. Dafür sollte sich jede Studentin und jeder Student auch die Zeit nehmen und sich nicht den Druck machen, nur „schnell fertig zu werden“.